Wingertschule Sankt Wendel

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Ziele und Fördermöglichkeiten an der Wingertschule



 Carlo wird vornehmlich in der Klasse von Frau Sticher

eingesetzt. Überdies gibt es im laufenden Schuljahr offene

„Hundestunden“, zu denen Schülerinnen und Schüler aller Klassen sich

anmelden können. Der Inhalt richtet sich hierbei nach den

Teilnehmern und umfasst jeweils einen Theorie- und einen Praxisteil.

Carlo darf Frau Sticher zwei- bis dreimal in der Woche in die Schule

begleiten. „In diversen Studien wurde belegt, dass nicht nur das

Streicheln eines Tieres, sondern bereits die bloße Präsenz eines

Tieres stressreduzierende Wirkung hat.“ (Heyer/Kloke, 2011: Der

Schulhund. S. 21). Welche positiven Effekte der Einsatz von Carlo an

der Wingertschule hat, wird im Folgenden mit Hilfe beispielhaft

beschriebener Thesen dargestellt:


Ein Schulbegleithund schafft ein verbessertes Klima

Carlo kann allein durch seine Anwesenheit die Lernatmosphäre im

Klassenzimmer positiv verändern. Die Schülerinnen und Schüler

nehmen Rücksicht auf die Bedürfnisse des Hundes und versuchen sich

beim Hundekontakt an die Regeln zu halten. Studien zeigen überdies,

dass ein Tier negative Gedanken unterbrechen kann, indem es die

Aufmerksamkeit auf sich zieht (vgl. Heyer/Kloke, 2011: Der

Schulhund. S. 19-24.). Für den Clown Carlo gilt dies übrigens auch im

Lehrerzimmer: Dort sorgt er mit seinem Charme für gute Laune,

gerade nach langen Tagen. Ob er beim Hinlegen tief durch schnauft,

schnarcht oder sich schwanzwedelnd über jede Person des Kollegiums

freut, seine Anwesenheit entspannt.


Ein Schulbegleithund fördert die Kommunikation

 Über Carlo wird geredet - mit Carlo wird geredet. Seitdem Carlo

das erste Mal im Alter von 10 Wochen mit in der Schule war, ist er

das Gesprächsthema schlechthin. Carlo dient somit auch als Türöffner

für schwierige Gespräche und Kontaktaufnahmen. Auch die

Kommunikation der Kinder wird gezielt gefördert: Wenn man Carlo

ein Kommando gibt, muss sowohl die nonverbale als auch die verbale

Kommunikation sehr klar sein. Nur wenn er ein deutlich

ausgesprochenes und nonverbal klar kommuniziertes (z.B. durch

Handzeichen) Kommando bekommt, kann Carlo dieses auch ausführen.

Er gibt also ohne jegliche Wertung eine Rückmeldung darüber, wie

kommuniziert wird. Des Weiteren bieten Hunde ausschließlich „echte

Kommunikation“ an. Gezeigtes Verhalten und Kommunikationsversuche

werden direkt vom Hund gespiegelt. Würde man Carlo zum Beispiel

unfreundlich ansprechen, würde er sich unvermittelt wegdrehen. Die

Reaktion wäre unreflektiert und echt und somit für die Kinder klar

zu verstehen.


Ein Schulbegleithund gibt Mut und Kraft.

 Die bedingungslose Annahme eines Hundes macht stark. Vor allem

Kinder mit sozialen und emotionalen Problemen profitieren davon,

dass ein Hund sie unabhängig von vorhandenen

Verhaltensschwierigkeiten so akzeptiert wie sie sind. Die

Schülerinnen und Schüler, die Kontakt mit Carlo haben, werden in

ihrem Selbstbewusstsein gefördert. Um ihn lenken zu können, müssen

die Befehle mit innerer Entschlossenheit gesprochen werden. Man

muss Carlo mental davon überzeugen, dass zu tun, was man von ihm

haben möchte. Auch die Übernahme von Verantwortung für Carlo

macht stark und ermutigt: Es ist ein gutes Gefühl, gebraucht zu

werden und die Versorgung eines Tieres zu übernehmen. So gibt es

einen „Hundedienst“, der Carlos Platz aufbaut, ihm Wasser

bereitstellt und ihn zum Auto begleitet.


Ein Schulbegleithund fördert das Sozialverhalten

 Da Carlo auf aggressives Verhalten mit vorsichtigem Rückzug

reagiert, zeigt er den Schülerinnen und Schülern wertneutral, dass

sie sich mit aggressivem Verhalten selbst schaden. Die Kinder können

ein Verständnis dafür entwickeln, welche emotionalen Konsequenzen

ihr Verhalten bei Anderen auslösen kann. Dadurch wird das

Empathiebewusstsein gefördert, welches die Grundlage für ein

soziales Miteinander und damit für eine positive Lernatmosphäre

bildet. Die Erfahrung von Carlo gemocht und akzeptiert zu werden,

ist eine große Bestätigung sozialer und empathischer

Verhaltensweisen. Die Kinder freuen sich darüber, dem Hund etwas

Gutes getan zu haben und können die Zuneigung als Dank dafür

akzeptieren lernen. Das Arbeiten mit dem Schulbegleithund hilft den

Kindern dabei, Verantwortung für das Wohlbefinden des Hundes

sowie für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen. Auch die

Frustrationstoleranz wird durch Carlo positiv beeinflusst. So wollen

die Kinder beispielsweise, dass es Carlo in der Klasse gut geht.

Anstatt bei einem Frustrationserlebnis die Kontrolle zu verlieren,

versuchen sie Rücksicht auf den Schulbegleithund zu nehmen. Die

Anwesenheit von Carlo entspannt an sich auch die Lernatmosphäre,

sodass die Schülerinnen und Schüler ihre persönliche

Frustrationsgrenze unbewusst nach oben verlagern. Wird aktiv mit

Carlo an Kommandos und Tricks gearbeitet, üben sich die Kinder auch

in Geduld. Ein Hund benötigt eine selbstbewusste Anleitung und

etliche Versuche, bis beispielsweise ein neuer Trick gefestigt ist.

Durch die Übertragung von Trainingsaufträgen auf die Kinder, wird

ihre Geduld und Frustrationstoleranz spielerisch gefördert.